Alpe Gulm – Gävis

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Alpe Gulm-Gävis
6822 Satteins
Mobil
+43 664 27444 60
E-Mail Adresse
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Öffnungszeiten
Alpzeit: Ende Mai bis Anfang September
Beschreibung
Beschreibung

Alpe Gulm: ca. 900 m, liegt oberhalb von Satteins, Voralpe mit ca 49 ha Weidefläche

Alpe Gävis: ca 1746 m, im Laternsertal, Richtung Furka, Hochalpe mit ca 280 ha Weidefläche

Die Satteinser Landwirte haben sich zur Alp- und Augenossenschaft Satteins zusammengeschlossen, um die Satteinser Alpen Gulm und Gävis, die sich im Besitz der Gemeinde Satteins befinden, zu bewirtschaften. Im Sommer werden Kuhhirten, Melker, Rinderhirten und ein Senner angestellt.

Die gesamte Milch von 100 Kühen wird direkt auf der Alpe zu Alpkäse und Alpbutter verarbeitet. Mit der anfallenden Molke werden 50 Alpschweine gefüttert, die im Stall ein Strohbett haben und können im Freien nach Herzenslust suhlen.

Es werden auch 220 Rinder und Ziegen gesömmert.

Für Wanderer besteht die Möglichkeit, sich bei der Alphütte auszuruhen und mit feinen Alpprodukten zu stärken.

Talbetrieb, Vorsäß und Alpe

Bereits seit Jahrhunderten hat die Alpwirtschaft in Vorarlberg Tradition.

Da durch die geographischen Gegebenheiten die ausgedehnten

Flächen zum Ackerbau fehlen, hat sich die Dreistufen-Landwirtschaft

mit Talbetrieb, Vorsäß und Alpe entwickelt. Auch die Familie Mathis

übt diese aus. Bevor es auf die Alp Gävis geht, siedeln Menschen

und Tiere zunächst auf die Voralp Gulm, die auf 900 Metern oberhalb

von Satteins liegt. Und Ende August führt der Weg für zwei Wochen

wieder dorthin, ehe es wieder nach Hause nach Laterns geht. Das

Zügeln ist dabei das Mühsamste. „Dafür freut man sich, wenn man

im Frühjahr rauf und im Herbst runter kann“, betont Cornelia Mathis.

Zusammenarbeit ist unerlässlich

Schön langsam stellt sich bei den Kindern der Hunger ein. Das

Kochen teilt sich die dreifache Mutter mit einer weiteren Familie,

die ebenfalls den Sommer über auf der Alpe arbeitet und in einer

anderen Alphütte wohnt. Auch Alpmeister Werner Bischof, der

regelmäßig die Butter holt, die in Satteins vermarktet wird, unterstützt

das Alppersonal und bringt gegebenenfalls fehlendes Arbeitsmaterial

mit.

Je später es gegen Mittag zugeht, desto mehr heizt die Sonne dem

Ländle ein. Es kann aber auch ganz anders sein. So wie etwa Ende

Juli, als die Alpe Gävis nur haarscharf unter der Schneegrenze lag.

Doch mit der Natur und ihren mitunter launigen Zyklen zu leben, das

gehört in der Landwirtschaft dazu. Schließlich braucht auch sie ihr

Ventil. Auch wenn es an diesem Tag ob der sengenden Hitze im Tal einem Schnellkochtopf gleicht, der aus dem letzten Loch dampft.s“

Die Landwirtsfamilie Mathis aus Laterns verbringt den Sommer auf der Alp.

Neben dem Sennereibetrieb werden auch Ländle Alpschweine aufgezogen.

Wie eine zähe Masse breitet sich die brütende

Hitze über das Tal aus und lähmt Mensch und Tier gleichermaßen.

Sie macht vor nichts Halt und dringt bis in die letzte Ritze des Raumes

vor. Der Ausweg aus dem Glutofen führt wie ein Dampfventil

über Bad Laterns hinauf über einen vor sich hinschlängelnden Kiesweg

auf die Alp Gävis auf 1.750 Meter Höhe. Auch hier entfaltet die

Sonne an diesem Augusttag ihre Kraft, ohne aber, dass sie wie gut

tausend Meter tiefer, ein triefendes Schweißbad anrichtet.

Es ist angenehm und ohne dass man auf ein Thermometer schaut,

schätzt man die Temperatur wohl um die 20 Grad ein. Wie eine kleine

Festung ist die Alp, die im Besitz der Gemeinde Satteins ist – abseits

jeglicher Zivilisation – eingebettet. Auf der einen Seite zieht die Landschaft

schroff nach oben, auf der anderen gibt sie einen wunderbaren

Blick Richtung Tal frei. Das frisch-grüne Gras, das durch seine vielen

Blüten mit gelb-violetten Tupfern angereichert ist, animiert dazu,

einmal ganz tief durchzuatmen. Und dann noch einmal, während ein

paar Kilometer weiter braune Flecken im Grün zu sehen sind, die sich

beim näheren Hinschauen als grasende Kühe entpuppen.

Ideale Bedingungen für Ländle Alpschweine

Die kurzfristig herrschende Stille wird nur durch grunzende Schweine

durchbrochen, die sich vor ihrem Stall im Matsch genüsslich suhlen

oder nach Essbarem wühlen. Neugierig stecken sie ihre Rüssel überall

hinein. 50 Stück sind es, die ihr (kurzes) Leben hier verbringen

dürfen, ehe sie als Ländle Alpschwein auf den Tellern landen. Im Stall

haben die Borstentiere Stroheinlagen und ausreichend Platz. Gefüttert

werden sie mit Getreide und vor allem mit Molke, die von der

Käseerzeugung anfällt. Die Verwertung der sehr nahrhaften Molke

durch die Schweine schließt den Kreislauf auf einer Sennalp sinnvoll.

Seit 2002 gibt es ein Ländle Gütesiegel für das Ländle Alpschwein.

Jährlich werden zwischen 600 bis 700 von ihnen aufgezogen.

Fernseher gibt es keinen

Nach und nach eilen Kinder herbei, ehe auch Cornelia Mathis, die

ein Kleinkind in den Armen hält, sich dazu gesellt. Die 30-Jährige ist

gemeinsam mit ihrem Mann Jakob bereits das dritte Jahr auf der Alp.

Mit dabei hat sie nicht nur Baby Valentin, sondern auch ihre Töchter

Theresa (3) und Laura (5). Auch die elfjährige Antonia, Schwester

der Melkerin sowie der gleichaltrige Daniel, Enkel eines Landwirtes

aus Übersaxen, verbringen den Sommer auf der Alp. Einen Fernseher

gibt es nicht. Und Smartphones? Haben die älteren Kinder dabei …

„Aber der Empfang ist sowieso schlecht“, sagt Daniel, dem hier oben

aber sowieso nie langweilig wird. Da braucht es kein Handy.

Arbeitsreiche Tage

Für den Gast, der zu Fuß oder per Mountainbike den Weg zur Alp

findet, bietet sich an diesem strahlend schönen Tag ein Bild der ungetrübten

Idylle. Für die Älpler selbst ist das Leben hier oben aber mit

unermüdlicher Arbeit verbunden. Jakob und Cornelia Mathis versorgen

die Ländle Alpschweine und misten die Ställe aus. Die 105 Kühe

werden von Bernd Madlener und Verena Kohler gemolken. Martin

Ganahl hütet 226 Rinder, die den Sommer im Freien verbringen. Und

dann ist da noch die Sennerei, in der es bei der Käseerzeugung genau

so dampft wie jetzt unten im Tal. Wie gut, dass hier das Ventil zur