Die Brustdrüsen benötigen Jod für ihre Funktion. (Foto: iStockphoto)

Hilft Jod gegen Brustkrebs?

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Der menschliche Körper kann Jod nicht selbst herstellen, er muss es mit der Nahrung aufnehmen.

Jod ist Bestandteil der Hormone der Schilddrüse. Diese Hormone spielen wichtige Rollen bei Stoffwechselprozessen im Köper. So werden das Wachstum, die Knochenbildung, die Entwicklung des Gehirns sowie der Energiestoffwechsel damit gesteuert. Die meiste Jodverarbeitung findet im menschlichen Körper in der Schilddrüse statt. Konkret bildet sie die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) sowie Kalzitonin. Das Hormon Thyreotropin (TSH) reguliert dabei die Ausschüttung von T3 und T4.

Wird nicht genügend T3 oder T4 produziert, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Der Stoffwechsel kann sich verlangsamen, Symptome wie Gewichtszunahme, schnelles Frieren und Müdigkeit machen sich breit. Auch Gedächtnisschwäche, Depressi-onen, Haarausfall, uvm. kann mit einem Jodmangel zusammen hängen. Bei der Schilddrüsenüberfunktion werden zu viele T3 und T4 Hormone gebildet. Anzeichen dafür können Gewichtsverlust trotz gutem Appetit, übermäßiges Schwitzen, Ruhelosigkeit, Durchfälle, etc. sein. Bei einer Über- als auch Unterfunktion kann sich die Schilddrüse vergrößern. Umgangssprachlich auch „Kropf“ genannt.

Seit geraumer Zeit wird auch ein Zusammenhang zwischen Jodmangel und Brustkrebs vermutet.

Jod gegen Brustkrebs

In vielen Ländern Südostasiens ist die Häufigkeit von Brustkrebs und gutartigen Veränderungen der Brust niedriger, als in westlichen Ländern. Forscher gehen davon aus, dass dies nicht nur mit dem Konsum von Soja, sondern auch mit dem Verzehr von Seetang und Meeresalgen zu tun haben könnte. Seetang und Algen enthalten besonders viel Jod. Zahlreiche Tierversuche und auch Untersuchungen von Frauen ergeben, dass die Gabe von Jod das Wachstum von Tumoren hemmt, ja die Tumore sogar kleiner werden lässt.

Insbesondere Brustdrüsen benötigen Jod für ihre Funktion. In weiblichen Brustdrüsen reichert sich sogar mehr Jod an, als in der Schilddrüse. Eine Studio beobachtete, dass bei einer 30-tägigen Zufuhr von 50 mg einer Jod/Jodid-Mischung (in einem Verhätlnis entsprechend der Lugol´schen Lösung), sich die Tumore verringerten und die Frauen neben Jod auch vermehrt Brom und Fluor über den Urin ausschieden. Jod trägt also auch zur Ausscheidung bzw. Entgiftung von Fluor und Brom bei. Es liegt nahe, dass Brom und Fluor an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt sein könnten. Die zunehmende Umweltbelastung durch Fluor und Brom führt nämlich zur Verdräng-ung des lebenswichtigen Jods aus der Schilddrüse und anderen
Organen.

Jodempfehlungen

In asiatischen Ländern wie Südkorea und Japan werden viele Lebensmittel aus Algen verzehrt. So nehmen Japaner/-innen am Tag durchschnittlich 5 mg (5.000 µg bzw. Mikrogramm) zu sich. Europäerinnen kommen auf 100 bis 200 µg pro Tag. 200 µg sind gemäß der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene empfohlen. Für Schwangere und stillende Mütter lauten die Empfehlungen 230 bis 260 µg pro Tag. So liegt die tägliche Jodzufuhr in Asien um das 20-fache über der in Europa. Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste bösartige Erkrankung in Europa. Es ist jedoch Vorsicht geboten: Eine plötzliche zu hohe Gabe von Jod in Form von Nahrung oder Jod-Nahrungsergänzungen kann den Stoffwechsel überfordern.

Jodzufuhr erhöhen

Gute Quellen mit hohem Jodgehalt sind Fisch, Meeresfrüchte, Seetang, Kelp (Braunalge) und Schalentiere. Diverse Gemüsesorten, Milchprodukte, Eier und auch Fleisch enthalten ebenfalls überdurchschnittlich hohe Joddosen. Eine Gefahr der Überdosierung von Jod über Nahrungsmittel ist nur beim Verzehr von Algen und Seetang gegeben. Algen enthalten beispielsweise, je nach Art, zwischen 5 µg und 11.000 µg Jod pro Gramm Trockengewicht.

Fisch, Meeresfrüchte, Seetang, Kelp (Braunalge) und Schalentiere sind gute Jodquellen. (Foto: iStockphoto)

Um den empfohlenen Tagesbedarf an Jod mittels Milch zu decken, wären ca. drei Liter vonnöten. In Form von Spinat bräuchte es ca. ein Kilogramm pro Tag. Und ca. 33 Eier wären für die Deckung des Tagesbedarfs nötig. Jodiertes Speisesalz enthält ca. 15 bis 20 µg Jod pro Gramm Salz. Je nach Fischart sind 50 bis 400 g Fisch pro Tag für die Deckung des Bedarfs notwendig.

Daneben gibt es noch in den Apotheken erhältliche Nahrungsergänzungen, die einem Jodmangel vorbeugen sollen. Die Zuführung von Jod durch Nahrungsergänzungsmittel beinhaltet immer die Gefahr, zu viel des Guten zu tun. Höhere Dosierungen können „Jodismus“ auslösen. Die hohen Konzentrationen von Jod führen dann zu einer Reihe von Symptomen, wie Schnupfen, Bronchitis, Exanthemen etc.

Zu viel des Guten kann auch noch weitere Probleme mit sich bringen: Es besteht die Gefahr einer Schilddrüsenüberfunktion bis hin zu einer thyreotoxischen Krise (Stoffwechselentgleisung). Das Risiko ist deutlich erhöht, wenn zuvor ein schwerer Jodmangel vorliegt, den man mit hohen Joddosierungen zu bekämpfen versucht.

Bei einer bestehenden Schilddrüsenüberfunktion kann die Zufuhr von größeren Mengen von Jod ebenfalls zu einer thyreotoxischen Krise führen. Dieses Jod stammt in der Regel zum Beispiel aus Nahrungsergänzungsmitteln, jodhaltigen Medikamenten, jodhaltigen Kontrastmitteln für ärztliche Untersuchungen und so weiter. Es kommt zu Beginn zu Tachykardien (Herzrasen), Herzrhythmusstörungen, Durchfällen, Tremor (Zittern), Unruhe und so weiter. Die Krise setzt sich fort mit Bewusstseinsstörungen, Desorientierung, Körperstarre bis hin zum Koma und Ableben.

Empfohlene Jodzufuhr nach Altersklassen gemäß der deutschen Gesellschaft für Ernährung:

AlterJod Mikrogramm/Tag (Deutschland, Österreich )
0 bis 4 Monate (Schätzwert)40
4 bis 12 Monate80
1 bis 4 Jahre100
4 bis 7 Jahre120
7 bis 10 Jahre140
10 bis 13 Jahre180
13 bis 51 Jahre200
51 Jahre und älter180
Schwangere230
Stillende260
Veröffentlicht am: 30.03.2017