Mit einem guten Frühstück startklar für die Schule

Jeden Morgen stellt sich neu die Frage: Was sollen die Kinder frühstücken und was soll ich am besten zur Jause mitgeben. Ernährungswissenschafterin Birgit Höfert vom aks gesundheit rät im luag Interview zu frischen Zutaten und auf alle Fälle, Kinder nicht mit leerem Magen in die Schule zu schicken.

Birgit Höfert / aks gesundheit GmbH

aks gesundheit GmbH

Was raten Sie Eltern, wie Sie das Frühstück Ihrer Kinder gestalten sollten?

Auf alle Fälle ruhig und sie sollten auf ihre Vorbildwirkung achten! Wenn Eltern „nur schnell“ einen Espresso trinken bevor sie zur Arbeit
aufbrechen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind auch kein ausgeprägtes Frühstücksverhalten haben wird, sehr groß. Wenn morgens zu wenig Zeit zum Tisch decken und Vorbereiten ist, kann vielleicht schon am Abend vorher mit dem Kind der Tisch gedeckt werden. Auch ein Bircher Müsli für ein vollwertiges Frühstück lässt sich schon gut am Abend vorher vorbereiten und ist ein idealer Start zusammen mit einer Tasse Tee oder Saft.

Ist es denn wirklich so wichtig, dass Kinder frühstücken? 

Ja, auf alle Fälle! In verschiedensten Studien kam immer wieder zutage, dass die Kinder, die in den ersten zwei bis drei Stunden nach dem Aufstehen eine Mahlzeit zu sich nehmen, in der Schule konzen- trierter mitmachen können, aufmerksamer sind und somit auch dann bei den Beurteilungen besser abschneiden. Dabei muss es kein ausgiebiges Frühstück sein, wenn ein Kind morgens um sieben Uhr noch nicht viel essen mag. Aber ein Glas Milch, Saft oder Tee ist auf alle Fälle eine wichtige Grundlage. Dazu dann eine vollwertige Jause und schon ist ein erfolgreicher Tag in der Schule von Seiten der Ernährung möglich.

Sie betonen die Getränke so besonders?

Ja, trinken ist über den ganzen Tag verteilt wichtig, aber gerade auch am Morgen. Und etwas zu trinken geht am Morgen bei den meisten, das Essen fällt manchen schwer. Aber ich kann eben auch schon mit Getränken einen kleinen Energieschub bewirken, der vor allem für Kinder sehr wichtig ist. Die Nacht über verbraucht der Körper ja auch Energie und so ist es wichtig, dass die Energiereserven wieder aufgefüllt werden.

Startklar mit einem gesunden Frühstück
Brötle-Apfel-Käse-Traube-Tomate
Crunchies-Flakes-Korn
Gesund ist der Schokostart in den Tag nicht

Wie schaut denn die ideale Zusammensetzung eines Frühstücks aus?

Ideal wäre ein Getreideprodukt wie Brot oder Haferflocken, dazu ein Milchprodukt wie Frischkäse oder Käse aufs Brot, Milch oder Joghurt zu den Haferflocken und eine Portion Obst oder Gemüse also zum Beispiel drei bis vier Cocktailtomaten oder Gurkenscheiben zum Käsebrot oder eine halbe Banane oder ein halber Apfel im Müsli. Dazu eine Tasse Früchte- oder Kräutertee. Zur Jause dann entweder noch ein belegtes Vollkornbrot mit Karottensticks oder eine Handvoll Weintrauben und ein paar Nüsse. Wasser sollte in der Schule ja jederzeit angeboten werden, so dass man normalerweise keine Getränke mitgeben muss – höchstens die Wasserflasche zum Nachfüllen.

Da kommt gar kein süßer Aufstrich vor beim Frühstück?

Natürlich kann auf den Frischkäse – oder Butter – auch ein bis zwei Teelöffel Marmelade als Auflage kommen. Bei vielen Kindern ist es ja auch ein Schokoaufstrich. Wichtig ist es, auf die Menge und HäuHäufigkeit zu achten und, dass die Kinder nicht schon beim Frühstück mit sehr viel Zucker in den Tag starten. Damit fördert man auch die Lust auf mehr. Deshalb beispielsweise den Schokoaufstrich für das Wochenende bereithalten oder zumindest abwechseln.

Wie viel Zucker ist denn tolerierbar?

Die Ernährungsgesellschaftler empfehlen maximal zehn Prozent des Energiebedarfs als Zucker zuzuführen. Das entspricht bei einem Schulkind etwa 30 bis 40 Gramm pro Tag oder acht bis zehn Würfelzucker. Das bedeutet, bei einem Brötchen mit Schokoaufstrich (zwei Teelöffel) kommen schon mindestens acht bis zehn Gramm Zucker zusammen, dazu vielleicht ein Glas Orangensaft (150 Milliliter) mit 13 Gramm Zucker – dann ist schon mehr als die Hälfte der Zuckerportion für den Tag verbraucht. Bei den oft beliebten Frühstücksflakes – bei einer Portion von 50 Gramm – schlägt der Zucker mit bis zu 25 Gramm zu Buche. Deshalb den Tag nur gemäßigt süß beginnen und vor allem die Gemüse-und/oder Obstportion nicht vergessen!

Veröffentlicht am: 11.12.2017