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Mood Food – kann Essen glücklich machen?

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Hilft Schokolade gegen Frust und Ärger, Kaffee gegen Müdigkeit? Unser Essen kann unsere Gemütslage beeinflussen. Denn Essen ist mehr als nur die Aufnahme von Nährstoffen, das besagt schon das Sprichwort „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“.

Diätologin Sibylle Leis berichtet über den Zusammenhang von Ernährung und Stimmung und gibt Tipps zur Förderung der guten Laune.

Was ist „Mood Food“?

Unter Mood Food versteht man Nahrungsmittel, die einen positiven Einfluss auf die Stimmungslage nehmen können. Mood Food fördert gute Laune, Wachheit, tröstet in schwierigen Situationen oder steigert den Belohnungseffekt – also „Essen, das glücklich machen kann“. Die Wirkung kann dabei innerhalb von Sekunden oder Minuten oder erst innerhalb einiger Stunden bis Tage auftreten.

Substanzen und Nährstoffe

Wissenschaftler haben erst teilweise herausgefunden, welche Substanzen und Nahrungsbestandteile Einfluss auf unsere Stimmung haben. Von Bedeutung ist besonders das Serotonin, ein Neurotransmitter, der den Heißhunger, Angst und Sorgen dämpft, für gesunden Schlaf sorgt, Stress senkt und die Körpertemperatur steuert. Neurotransmitter sind für die Weitergabe von Informationen zwischen den einzelnen Zellen verantwortlich.

An der Serotoninbildung ist Tryptophan, ein Eiweißbaustein, beteiligt. Tryptophan ist z. B. enthalten in Makrelen, Thunfisch, magerem Fleisch, Hülsenfrüchten, Bananen, Avocados, Sonnenblumenkernen, Sesam, Cashewnüssen, Erdnüssen, Haferflocken und Käsesorten wie Bergkäse, Parmesan, Emmentaler, Camembert u. a.

Weitere im Zusammenhang mit dem Einfluss auf unsere Stimmung diskutierte Nährstoffe sind: Magnesium, Vitamin C, Kalium, Eisen, Eiweiß und B-Vitamine. Komplexe Kohlenhydrate, wie man sie in Naturreis, Vollkornnudeln, Brot, Kartoffeln findet, sowie die Flüssigkeitsmenge sind ebenfalls von Bedeutung für unsere Stimmungslage.

Macht Schokolade jeden glücklich?

Nein, jeder Mensch hat seine individuellen „Glücklichmacher“. Dabei ist die persönliche Erfahrung jedes Einzelnen wichtig, das heißt, jeder wählt in einer bestimmten Gefühlslage bestimmte Lebensmittel oder Speisen aus. Ist es bei dem Einen die Schokolade so können es bei dem Anderen herzhafte Speisen sein. Das Gefühl bzw. die Stimmungslagen werden aber oft nur dann verändert, wenn auch die Umgebung stimmt oder eine positive Erfahrung damit verbunden wird. Beispielsweise die Pizza beim Lieblingsitaliener, der Kuchen, den die Oma immer gebacken hat …

Welche Ernährung hebt unsere Stimmung?

Eine gesunde, abwechslungsreiche, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung mit Eiweiß, Kohlenhydraten, Gemüse, Salat und gesunden Fetten sind der beste Garant für gute Laune. Kombinieren Sie am besten kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Kartoffeln mit eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Käse, Topfen, Geflügel, magerem Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten oder Eiern. Das enthaltene Tryptophan gelangt damit vermehrt ins Gehirn und hebt für einen längeren Zeitraum die Stimmung. Empfehlenswert ist z. B. ein Vollkornbaguette mit Käse und Gemüsegarnitur oder Linsenaufstrich, Nudelsalat mit Ei und Tomate, Hühnerbrüstchen mit Safran, Reis und Pilzen oder Schokoladenmousse mit Ananas oder Banane. Bei
stressempfindlichen Menschen verbessert in der Regel eine kohlenhydratreiche Mahlzeit (durch Obst, Trockenobst, Pasta, Reis, Kartoffeln, Brot …) die Gemütslage deutlich.

Weitere Tipps zur Förderung der guten Laune

  • „Individuelle Glücklichmacher“ beachten
  • Farben, Düfte und Gerüche können hilfreich sein
  • Essen mit allen Sinnen (Sehen, Riechen, Schmecken, evtl. auch Hören und Tasten)
  • Prinzipiell saisonale und regionale Produkte (Kürbis im Herbst, Spargel im Frühjahr …) wählen, diese sind intensiver in Geruch und Geschmack
  • Auf Abwechslung im Speiseplan achten
  • Essen in schönem Ambiente (gedeckter Tisch, Musik, …)
  • Essen in Gesellschaft, da Kommunikation gute Laune fördert
  • Die Art der Nahrungsaufnahme hat Einfluss auf die Stimmung (Essen mit der Familie oder mit Freunden …)
  • Bewegung fördert die Glückshormonproduktion
  • Sonne und Licht fördern gute Laune (besonders im Winter)


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Veröffentlicht am: 5.10.2018