Ein märchenhafter Genuss neu entdeckt

Mit der Vorarlberger Riebelmais-Poularde gibt es seit Juni ein neues kulinarisches Angebot. Bratfertig erhältlich ist sie bei Dietrich Vorarlberger Kostbarkeiten in Lauterach.

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen, heißt es im Märchen Aschenputtel. Doch früher hatte dieser Spruch auch in der Landwirtschaft seine Gültigkeit. Denn fast jeder Bauernhof hatte sein eigenes kleines Riebelmaisfeld hinter dem Haus. Und so landeten die nicht so schönen Körnchen in den Mägen der Hühner. Damit war eine sinnvolle Verwertung der gesamten Kolben gegeben. Der Riebelmais-Pionier Richard Dietrich aus Lauterach hat gemeinsam mit dem Feldkircher Hühnerhalter Andreas Hartmann diese traditionelle Art der Hühnerfütterung wieder ins Leben gerufen. Nicht aus Nostalgiedenken heraus, sondern um den heimischen Konsumenten ein extra delikates Genusserlebnis zu bieten. „Die Besonderheit ist, dass die Hühner überwiegend mit Riebelmais gefüttert werden“, erklärt Dietrich. Beim Riebelmais handelt es sich um eine alte Landsorte, die im Rheintal und Walgau seit über 300 Jahren angebaut wird und vor ein paar Jahren wieder entdeckt wurde.

Ein besonderes Fleisch

Durch das spezielle Futter bilden die langsam heranwachsenden Hühner ein besonderes Fleisch. Da die Konsistenz etwas fester ist, tritt beim Braten weniger Eiweiß aus. Es bleibt schmackhaft und durch seine knusprige Haut unverwechselbar. „Wir wollen damit bewusst ein Zeichen gegen die Massentierhaltung setzen, die gerade bei der Masthuhnproduktion vielfach gegeben ist“, hofft der Lauteracher, dass die Riebelmais-Poularde von den Konsumenten auch angenommen wird. Denn natürlich hat solch eine Henne ihren Preis und ist nicht mit dem „Grillhuhn von der Stange“ vergleichbar. Dietrich dazu: „Ein Kilo kostet Eur 15,90 ab Hof.“ Die hochwertige Fütterung schlägt, bei längerer Aufzucht über zehn bis zwölf Wochen, finanziell zu Buche. Die Tiere werden artgerecht in kleinen Herden mit Auslauf gehalten.

Die Riebelmais-Poularde ist auch nicht als Massenprodukt gedacht. Vielmehr setzt die hochwertige Gastronomie darauf, aber auch der Endverbraucher, der sich etwas gönnen will. Sei es als Sonntagsbraten oder für den festlichen Anlass, bei dem etwas Besonderes auf den Tisch kommt. Viele Konsumenten essen lieber weniger Fleisch, dafür aber dann solches aus kleinstrukturierter, regionaler Landwirtschaft zum faireren Preis. Für Richard Dietrich ist die Poularde ein weiteres Angebot in seiner Riebelmais-Palette. „Es geht auch um den Erhalt der alten Sorten. Denn wenn der Riebelmais nicht mehr konsumiert wird, stirbt er aus.“ Und dann würde er endgültig im Reich der Märchen landen. Nach dem Motto: „Es war einmal …“

Veröffentlicht am: 4.09.2017