Zuerst war die Henne – und nun auch der Hahn

Die Gockelaufzucht bei Legehennen gewinnt glücklicherweise immer mehr an Bedeutung. Eierproduzent Peter Schneider aus Möggers ist bei diesem Programm schon seit über drei Jahren dabei.

Die berühmte Frage, ob zuerst die Henne oder das Ei da war, ist am Hof von Peter Schneider rasch geklärt. Schon beim Aussteigen aus dem Auto wird man von ein paar frei laufenden Hühnern „begrüßt“. Die Hennen warten schon – so scheint es – auf den fremden Ankömmling. Sie scharen sich neugierig um das Gefährt, in der Hoffnung, dass vielleicht das eine oder andere Korn für sie abfällt. Die Frage nach der Henne und dem Ei hat in den letzten Jahren aber noch einen weiteren Aspekt erhalten. Nämlich jenen, was mit den männlichen Küken passiert. Hofbesitzer Peter Schneider hat, was seine rund 3.000 Hühner betrifft, die Antwort parat: „Sie werden aufgezogen.“

Das Gockel-Aufzuchtprogramm
Seit über drei Jahren ist der 54-jährige hauptberufliche Landwirt beim einzigartigen Gockel-Aufzuchtprogramm dabei. Das heißt, dass er pro Henne, die er von einem niederösterreichischen Züchter bezieht, um fünf Euro mehr bezahlt. Dadurch wird verhindert, dass die männlichen Eintagsküken – die für die Eierproduktion nutzlos sind – getötet werden. Vielmehr kommen sie in einen Mastbetrieb, wo sie unter natürlichen Umständen in Freilandhaltung heranwachsen. Später wird ihr Fleisch genützt. Das Fleisch dieser Gockel ist übrigens nicht zu vergleichen mit jenem von herkömmlichem Mastgeflügel, das in Turbogeschwindigkeit heranwächst. Alles erfolgt behutsam und in einem sinnvollen und ethischen Kreislauf, der gerade in Hinblick auf Tierwohl und Klimaschutz eine neue Bewusstseinsbildung darstellt.

Die Eier von Peter Schneiders Hühnern wiederum werden an den Sennhof in Rankweil geliefert, der den Vertrieb übernimmt. Wer also Ländle Bio-Eier vom Sennhof kauft, unterstützt damit auch das Gockel-Aufzuchtprogramm. Den Unterschied, ob es sich um Henne oder Hahn handelt, erkennt man übrigens am Flaum und am speziellen Wuchs der Federn.

Ländle Bio-Eier, © Christoph Pallinger

Mobbing im Hühnerstall
Vor der Haustüre des Biobauern aus Möggers picken ein paar Hennen derweilen weiter munter herum. Peter Schneider hält sie vom restlichen Federvieh getrennt. Denn auch im Hühnerstall ist mitunter „Mobbing“ angesagt. „Auch unter Hennen gibt es Machtkämpfe und da ist es besser, gleich einzuschreiten. Ansonsten hat das arge Verletzung zur Folge“, hat Schneider das entsprechende Gespür entwickelt und sieht genau, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Jeden Tag geht der Leiblachtaler deshalb durch den Stall, um zu schauen, ob auch alles passt.

Stall mit hochmoderner Technik
Ansonsten ist der Stall, der vor fünf Jahren errichtet wurde, mit hochmoderner Technik ausgestattet. Die Fütterung – immerhin siebenmal am Tag – erfolgt präzise über Computersteuerung. Wichtig ist, dass auch die Stalltemperatur passt. Sie muss konstant zwischen 20 und 22 Grad liegen. Auch die Eiablageflächen werden mittels EDV-Technik bedient. Sind die Eier gelegt, fährt das System hoch. Trotz aller Technologie muss ein Landwirt aus Schrot und Korn aber schon selbst zupacken können. Peter Schneider erzählt von einem Blitzschlag, der im Vorjahr das komplette EDV-System lahmlegte.

Glückliches Hühnerleben
Den Umstieg auf die Bio-Eier-Produktion vor fünf Jahren hat Schneider auch deshalb gemacht, damit er eines Tages seinen drei Söhnen eine innovativ-moderne Landwirtschaft übergeben kann. „Ich will ihnen eine Perspektive schaffen.“ Dafür hat er eigens investiert. Rund 15 Monate dauert die Legezeit einer Henne, dann wird sie durch eine neue ersetzt. Laufende Kontrollen – beispielsweise auf Salmonellenbefall – sind selbstverständlich. Allein die Anschaffungskosten für seine 3.000 Hühner erhöhen sich durch den Mehrpreis um 15.000 Euro. Hinzu kommen noch die Risiken, die es in der Tierhaltung immer gibt.

Peter Schneider ist aber überzeugt von diesem Konzept, zumal Bio-Eier mit Gockelaufzucht immer mehr gefragt sind. Mit seiner Philosophie trägt er gemeinsam mit dem Sennhof zum ethischen Tierwohl bei. Die statistischen Zahlen machen es deutlich. Über 246.000 Eier werden in Vorarlberg täglich (!) konsumiert. Sei es in Form von Frischeiern oder als Bestandteil von Lebensmitteln wie Kuchen oder Nudeln. Da ist jedes Ei, das aus biologischer Aufzucht kommt, wertvoll. Und wer den Hennen der Familie Schneider beim Picken zusieht, kann sich vorstellen, wie ein glückliches Hühnerleben aussieht.

Eier mit Ländle Bio-Gütesiegel
Ländle Bio-Eier, © Christoph Pallinger

Peter Schneider
6900 Möggers, Ramsach 72, T 0676/319 35 42
www.laendle.at/eier

Produkte mit Ländle Gütesiegel: Ländle Bio-Eier

Verkauf:
Vertrieb als Ländle Bio-Eier über Sennhof Rankweil, erhältlich bei Spar, Eurospar, Interspar und im Sennhof Lädele in Rankweil-Brederis
Direktverkauf ab Hof nach telefonischer Vorbestellung

Veröffentlicht am: 28.05.2020