Stets auf dem Boden geblieben

Elmar Ströhle baut in Sulz und Altach 20 Gemüsesorten sowie Erdbeeren und Rhabarber in Bio-Qualität an. Für den 78-jährigen Götzner gilt das Motto: „Man muss mit der Natur und nicht gegen sie arbeiten.“

Elmar Ströhle gräbt mit seiner rechten Hand in die Erde und lässt sie dann durch die Finger rieseln. „So fein wie Mehl“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht. Und wer mit ihm durch das Feld schreitet, glaubt – ob der Weichheit des Untergrundes – tatsächlich auf Watte zu gehen. Zu Recht darf der 78-Jährige stolz auf den Boden in der Nähe des Sulner Bahnhofes sein, auf dem verschiedenstes Gemüse, Erdbeeren und auch Rhabarber wachsen. „Wenn der Boden gut ist, ist die halbe Arbeit schon getan“, hat der Pensionist und frühere Stickermeister über viele Jahre seine Erfahrungen gesammelt.

Doch so leicht wie die feine Erde durch die Finger rieselt, geht es in der Landwirtschaft dann doch nicht von der Hand. Denn schließlich muss jeder einzelne Setzling händisch in den Boden gebracht werden, bevor überhaupt daraus etwas wachsen kann. Bei rund drei Hektar, die der aus Götzis stammende Ströhle in Sulz und in Altach bewirtschaftet, dauert dies schon ein paar Tage. Doch Stress kennt der Vater von vier Kindern keinen. Es macht ihm vielmehr Spaß, in der Natur zu arbeiten. Und vor allem mit der Natur. „Denn wenn man das tut, ist es gar nicht so kompliziert auf Bio zu setzen.“ In Elmar Ströhles Worten klingt eine gewisse Gelassenheit mit. Er scheint zu spüren, dass der natürliche Kreislauf das Beste für seine Ernte ist. Belohnt wird er dafür mitunter mit Superlativen. „Eine Karotte war mal 34 Zentimeter lang und ein Krautkopf 8,50 Kilo schwer“, erzählt er über sein rekordverdächtiges Gemüse.

Wie ein natürliches „Antibiotikum“

Ströhle zeigt auf eine Feldreihe, auf der französischer Knoblauch heranwächst. Sein Aroma ist mild-würzig. Wird er geerntet, kommen Erdbeeren rein. „Diese Kombination wirkt wie ein natürliches „Antibiotikum“. Es gibt beim Pflanzenbestand keine Krankheiten, weil beides offenbar sehr gut harmoniert.“ Für die Bestäubung der Flächen sorgen Wildbienen und Hummeln. Wer genau hinschaut, sieht einige davon vor dem Insektenhotel eifrig herumschwirren.

Viele seiner Kunden kommen direkt zu ihm aufs Feld, um sich den Salat, die Kartoffeln etc. erntefrisch abzuholen. Hausfrauen sind ebenso darunter wie Hobbyköche oder Gastronomen. Für Ströhle ist dies eine Anerkennung für seine Arbeit. Zur Haupterntezeit hilft die ganze Familie mit. Allein wäre es ihm zu viel. „Und Angestellte könnte ich mir nicht leisten.“

Bio-Landwirt Elmar Ströhle hat jedenfalls in seinem Leben den Boden unter den Füßen nie verloren. Er blieb bescheiden und freut sich vielmehr darüber, in der Pension eine sinnvolle Tätigkeit gefunden zu haben. Der Mann strotzt auch im höheren Alter noch vor Elan und Lebenskraft. Ganz so, wie der Untergrund auf dem er sich geschmeidig bewegt. „Der Boden hier hat übrigens die höchste Humuszahl in ganz Österreich“, streut er fast beiläufig ein.

Kontakt

Elmar Ströhle, T 05523/53434
Direktverkauf am Feld in Sulz (bei Staudenkopf)
auf Vorbestellung

Produkte mit Bio Ländle Gütesiegel:
* Ländle Bio Beeren
* Ländle Bio-Gemüse

Weitere Bieo Produkte:
Getreide (Hafer), Hülsenfrüchte, Lagerkartoffeln, diverses Obst

Veröffentlicht am: 4.09.2017