Tierfreundliche Haltung & familiäre Bauernhöfe

In Bregenz Fluh befindet sich der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Moosbrugger. Sie hat sich ganz auf die Schafzucht konzentriert.

„Ohne Hund geht gar nichts“, sagt Jakob Moosbrugger. Egal ob Arko, der Erfahrene oder Cora, die Jüngere. Einer der beiden Border Collies hält die Schafherde immer zusammen, die zum Hobby für den Pensionisten geworden ist. Den Betrieb haben er und seine Frau Brigitte an Tochter Claudia Moosbrugger verpachtet.

Früher, da hielt sich die Familie Moosbrugger Milchkühe, später dann Ziegen. Auf Schafe stiegen sie um, weil die Tiere eine wertvolle Hilfe bei der Bewirtschaftung der Wiesen sind und weil sie problemlos zu halten sind. „Unsere Wiesen sind ziemlich steil und die Schafe nehmen uns einiges an Mäharbeit ab“, erklärt Claudia Moosbrugger. In der Regel fressen sie alles ab – sozusagen eine Schafschur der etwas anderen Art. Schafe als Landschaftspfleger bewähren sich. So schicken die Moosbruggers rund 25 der wolligen Vierbeiner jedes Jahr auf die Alpe Auenfeld ins Gebiet Tannberg – gemeinsam mit weiteren 300 Schafen leisten sie ihre Dienste an der Natur.

Rund 100 Lämmer pro Jahr

Im Stall, wo sich rund 60 Schafe der Rasse Jura befinden, ist die Harmonie spürbar. Die Mutterschafe sind mit ihren Lämmern vereint und die Tiere zeigen auch keinerlei Scheu. Auch drei Böcke werden gehalten, damit der Nachwuchs ganzjährig garantiert ist. „Meist sind es zwei Junge, die auf die Welt kommen, manchmal sogar Drillinge“, erklärt Claudia Moosbrugger. Rund 100 Lämmer werden pro Jahr geboren. Davon werden zwei Drittel geschlachtet, wenn sie ein Lebendgewicht von ca. 40 Kilogramm erreicht haben. Der Rest wird für die Nachzucht eingesetzt.

Die Nachfrage nach Lammfleisch ist in Vorarlberg gestiegen – nicht nur saisonal, sondern es ist ganzjährig in den Regalen zu finden. „Wichtig ist, dass die Fleischqualität stimmt.“ Das ist dann der Fall, wenn die Tiere gut gehalten werden. So werden etwa regelmäßig die Klauen kontrolliert. Sie werden geputzt und geschnitten. Für die Schafe ist diese „Fußpflege“ äußerst wichtig, damit sich die Klauen nicht entzünden. „Man merkt sofort, wenn mit den Tieren etwas nicht in Ordnung ist“, spricht Jakob Moosbrugger aus seinem Erfahrungsschatz.

Der kleine landwirtschaftliche Betrieb im Bregenzer Ortsteil Fluh ist selbstverständlich nicht mehr als ein Nebenerwerb für die Familie. So ist Claudia Moosbrugger hauptberuflich in der Schmuckherstellung tätig. Ihr 19-jähriger Sohn Nico beschäftigt sich ebenfalls viel mit den Schafen. „Wir helfen eben alle zusammen“, sagt seine Oma Brigitte, nicht ohne dabei nochmals im Stall nach dem Rechten zu sehen.

Veröffentlicht am: 23.02.2017