Josef Möth ist der einzige hauptberufliche Winzer in Vorarlberg.

Wein als Vorarlberger Marke

Dank engagierter Winzer wie Josef Möth ist Wein aus Vorarlberg zu einem Qualitätsprodukt geworden.

Vorarlberg ist an und für sich kein typisches Weinland. Nur auf rund 20 Hektar Fläche werden Trauben angebaut. Dennoch hat sich das Ländle in den letzten Jahren als Teil der Weinregion Bodensee immer mehr in der internationalen Winzerszene etabliert. Der Vorarlberger Wein gilt als Besonderheit. Zu den engagierten heimischen Weinbauern zählt Josef Möth. Als Einziger im Land betreibt er den Weinbau hauptberuflich. Und der 41-jährige Bregenzer bringt es gleich auf den Punkt, was für ihn ein edler Tropfen bedeutet: „Wein ist ein Kulturgetränk, das mit Niveau, Stil und einer gewissen Etikette getrunken wird.“ Entscheidend ist natürlich die hohe Qualität, aber auch das äußere Erscheinungsbild zeichnet einen guten Wein aus.

Möth betreibt in zweiter Generation auch den bekannten Heurigen an der Langener Straße in Bregenz zusammen mit seiner Frau Michaela. „Wir feiern in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen“, betont Möth, der in den Betrieb praktisch hineingeboren wurde.

Den Großteil seiner Zeit verbringt der Weinbauer und Winzer allerdings bei seinen Rebstöcken in Neu Amerika. Auf 3,5 Hektar wachsen die Früchte heran. Seine Trauben werden gehegt und gepflegt. Dabei ist es immer wieder ein „Kampf“ mit der Natur. Witterung, Schädlinge, Pilze etc. setzen den Stöcken zu. „Leicht ist es heuer tatsächlich nicht. Der Aufwand und Einsatz ist exorbitant“, erklärt er. Jeder Stock wird acht- bis neunmal gepflegt. Rebschnitt, Stämme putzen, Geiztriebe entfernen, Spitzenschneiden, Trauben freilegen … zu tun gibt es praktisch rund um die Uhr. 90-Stunden-Wochen gehören in der Hochsaison zum Programm. Was ihm aber weit mehr Kummer bereitet, ist die überbordende Bürokratie. Immer noch mehr Vorschriften werden ihm von den Behörden auferlegt. Josef Möth betont dazu: „Bauern gehören auf das Feld und nicht hinter den Schreibtisch.“

Seiner Freude, einen ausgezeichneten Wein zu produzieren, kann dies glücklicherweise keinen Abbruch tun. Im Gegenteil: Er liebt die Herausforderung, aus den Trauben „etwas Köriges“ zu machen. Dass ihm dies gelingt, wird auf den Menükarten von noblen Restaurants im In- und Ausland ersichtlich. Dort ist der Möth-Wein zum fixen Bestandteil geworden. Das Angebot umfasst sechs Sorten.

Doch was zeichnet seinen Wein besonders aus? „Durch die Bodenbeschaffenheit sind die Weine sehr mineralisch und haben auch eine sehr intensive florale Nase. Die Geschmacksstruktur ist sehr intensiv wahrnehmbar“, klingt es aus dem Mund des Experten. Da bleibt nur noch, selbst die Probe aufs Exempel zu machen. Wohl bekomm’s!

Veröffentlicht am: 28.11.2016