GENERATIONENPROJKET Vorarlberg Milch
Der Vorarlberger Weg zum Projekterfolg

Vorarlberg Milch legt mit der Erweiterung des Käsekellers, dem Bau eines neuen Hochregallagers sowie der Neukonzeptionierung und Erweiterung der Käseabpackung den Grundstein für die nächste Generation. Zukunftsweisend war auch die neue Form der Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Planern und Bauunternehmen: Die Open Book Methode ermöglichte eine partnerschaftliche und flexible Bauabwicklung, wodurch das Projekt mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit erfolgreich umgesetzt werden konnte. Vorarlberg Milch wird als erste Molkerei weltweit mit dem DGNB-Zertifikat in GOLD durch die Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ausgezeichnet.

Vorarlberg ist weit über die Landesgrenzen für seine Käsequalität bekannt. Das gilt es weiter zu nutzen und auszubauen, jedoch nicht durch Übernahmen oder Fusionen, sondern mit neuen Vertriebsstrategien. „Aus diesem Grund wollen wir unsere Käseerzeugung steigern und durch optimale Reifebedingungen perfekte Genussprodukte herstellen. Ein neuer Reifekeller mit vollautomatischer Käsepflege, ein vollautomatisches Hochregallager mit zwei Klimazonen und eine Steigerung der Käseerzeugung und -verarbeitung werden uns das ermöglichen,“ erklärt Raimund Wachter, Geschäftsführer Vorarlberg Milch.

Verantwortung über Generationen
Als Vorarlberger Genossenschaft, die im Eigentum der Milchbauern steht, trägt die Vorarlberg Milch eine große Verantwortung – ökologisch, ökonomisch und sozial. Dieses Bauprojekt ist nicht nur ein Meilenstein für die Entwicklung der Vorarlberg Milch, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Vorarlberger Milchwirtschaft. Verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln gegenüber den Mitarbeitenden, deren Familien, den Milchbauern und den Konsumenten sind selbstverständlich.

„Wir sind uns der generationenübergreifenden Verantwortung bewusst und denken nicht nur an die nächsten fünf Jahre, sondern weit darüber hinaus. Die Idee musste zunächst wie ein guter Käse reifen, schlussendlich fand das Projekt große Zustimmung,“ so Raimund Wachter. Nach einem 1,5-jährigen Entwicklungsprozess stimmte die Genossenschaft 2016 einstimmig für das Generationenprojekt.

Komplexe Herausforderungen und gemeinsame Lösungen
Auch für den Bauunternehmer Hilti & Jehle war dieses Bauprojekt in vielerlei Hinsicht zukunftsweisend. Die beengten Platzverhältnisse erforderten eine gute Planung und einen konstruktiven Austausch mit den Nachbarn. Beim Umbau bestehender Räumlichkeiten für Käseerzeugung und -verarbeitung mussten aufgrund des laufenden Betriebes höchste hygieneanforderungen erfüllt werden. Eine präzise Baustellenorganisation und perfekt funktionierende Bauabläufe, erklärt Hilti & Jehle-Geschäftsführer Alexander Stroppa, stellen höchste Anforderungen in einem der sensibelsten Bereiche der Lebensmittelherstellung. Nachhaltig zu bauen war die klare Zielsetzung der Vorarlberg Milch. BHM Ingenieure als Generalplaner haben diese Vorstellungen von Anfang an in das gesamte Projekt ein fließen lassen, berichtet BHM-Geschäftsführer Alfred Haßler.

Der Kunde wird zum Partner und Umsetzer und ist bereits während der Planung involviert, von der Auswahl der Baustoffe bis hin zur Gebäudestruktur und der Auswahl der ausführenden Firmen. Während bei anderen Projekten Bauzeit und Kosten im Vordergrund stehen, wurden beim Generationenprojekt in einem ganzheitlichen Ansatz die besten Lösungen für die künftige Produktion gefunden.

Es gibt nur dieses eine gemeinsame Ziel, dem alle Projekt-Beteiligten ihre Interessen unterordnen – die Optimierung des Projekts, und nicht die Optimierung der Einzelinteressen.
Ein Prozess, der auf Vertrauen aufbaut und eine enge Zusammenarbeit und gute Kommunikation voraussetzt, beschreiben Raimund Wachter, Alexander Stroppa und Alfred Haßler die partnerschaftliche Umsetzung.

Open Book – der neue Vorarlberger Weg
Mit Open Book betraten die drei Unternehmen Neuland in Vorarlberg. Bei dieser innovativen Form der Kooperation stehen während der gesamten Planung und Ausführung Bauherr, Planer, Bauunternehmer und ausführende Firmen in direktem Kontakt und stimmten sich laufend ab. „Der Vorteil zum klassischen Generalunternehmer Modell liegt auf der Hand. Durch die flexible und transparente Zusammenarbeit kann die Qualität des Bauprojektes im Sinne einer maßgeschneiderten Kundenlösung kontinuierlich bis zum Abschluss optimiert werden,“ so Alexander Stroppa. Im Unterschied zur üblichen Bauabwicklung durch ein Generalunternehmen ist bei Open Book der Bauherr in jeder Phase, von der Planung bis zur Ausführung, stark involviert und kann fortlaufend Ideen ein bringen. Das Ziel bei jeder Entscheidung ist die Optimierung des Gesamtprojekts und nicht das Durchsetzen von Einzelinteressen. „Neben baulichen Entscheidungen hatten wir auch vollen Einblick in die tatsächlich entstandenen Kosten. Trotz diverser Sonderwünsche und der Komplexität dieses Projektes, konnte das Budget eingehalten werden. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das unseren hohen Anforderungen an die Käseherstellung zu 100 Prozent entspricht,“ betont Johannes Wehinger, Technischer Leiter Vorarlberg Milch.

GOLD-Zertifikat für das Generationenprojekt
Eine Bestätigung für dieses außergewöhnliche Projekt ist die Überreichung des DGNB Zertifikats in GOLD der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI), das am Mittwoch, 7. Oktober in Feldkirch überreicht wurde. Als erste Molkerei österreichweit und als erstes Logistik-Gebäude in Westösterreich wurde das Unternehmen mit einem DGNB Zertifikat in GOLD ausgezeichnet.

Beim DGNB Zertifizierungssystem steht der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes im Fokus. Bewertet werden die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit von der Planung über die Bauabwicklung bis hin zum Betrieb. Ressourcenschonung, Werterhalt und Nutzerkomfort sind wesentliche Bestandteile beim Planen, Bauen und Betreiben der Immobilie. „Das DGNB System stellt eine ganzheitliche Betrachtung aus Ökonomie, Ökologie, soziokulturellen Aspekte sowie Technik, Prozess und Standort dar. All diese Kriterien wurden beim Generationenprojekt der Vorarlberg Milch in Feldkirch vorbildlich erfüllt,“ erklärt ÖGNI-Geschäftsführer Peter Engert und gratuliert zur ÖGNI Auszeichnung in GOLD.

Vorarlberg Milch
6800 Feldkirch, Noflerstraße 62
office@vmilch.at
www.vmilch.at

Veröffentlicht am: 9.10.2020