Gentechnikfreie Futtermittel mit Soja aus EU

Nein zu südamerikanischem Soja in der Vorarlberger Milchwirtschaft

In der Vorarlberger Milchwirtschaft wird nicht nur gentechnikfrei produziert, sie verzichtet ab heute auch komplett auf Soja aus Übersee.
Dieser Verzicht bedeutet einen Importrückgang von gentechnikfreier Soja aus Übersee in die EU und somit einen ökologischen Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz. Dadurch wird auch die Wertschöpfung beim heimischen, gentechnikfreien Sojaanbau erhöht. Das stärkt auch die Ländle Gütesiegel Strategie im Sinne der Vorarlberger Konsumenten.

Warum Sojaeinsatz?

Gentechnikfreies Soja enthält hochwertige und vielseitig einsetzbare Proteine und Öle, welche in Lebensmitteln, in Tierfutter und in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt wird.

Vorarlberg als Vorreiter bei gentechnikfreier Fütterung

Schon im Jahr 2005 wurde in Kooperation zwischen den Vorarlberger Milchproduzenten, den Milchverarbeitern und den Futtermittelunternehmen, das Projekt „Gentechnikfreie Fütterung“ ins Leben gerufen und bereits im Jahr 2006 erfolgreich umgesetzt. Mittels einer Machbarkeitsstudie und Bewertung der Futtermittelunternehmen im Jahr 2005 wurde gemeinsam beschlossen, dass sämtliche Futtermittelunternehmen ihre Werke nur mehr komplett gentechnikfrei betreiben dürfen und der Sojarohstoff dem „NON-GMO ist gleich <0,1 Prozent“ Standard entsprechen muss. Mit diesem „NON-GMO-Standard“ ist gewährleistet, dass in Futtermittelmischungen, welche vom Landwirt als Ergänzungsfutter für die Tierfütterung eingesetzt werden, den Grenzwert laut EU Verordnung von >0,9 Prozent nicht überschreiten. Dieser besondere „NON-GMO Standard“ wird nur in Vorarlberg flächendeckend umgesetzt.

„Mit der Umsetzung der gentechnikfreien Fütterung, Produktion und Verarbeitung erfüllt die heimische Milchwirtschaft seit Jahren auch den Wunsch der Konsumenten nach gentechnikfreien Lebensmitteln“, so Othmar Bereuter, Vorsitzender ARGE Milch, Projektleiter gentechnikfreie Fütterung in Vorarlberg und LK-Milchwirtschaftsreferent.

Sicherheit durch Kontrolle

Durch die Einbindung externer akkreditierter Kontrollunternehmen (AGRO-VET und LACON) sind diese Standards abgesichert. Mit der vertraglichen Einbindung der Milcherzeuger, der Milchverarbeiter und der Futtermittelunternehmen sind die Standards und die Anforderungen von allem Beteiligten über alle Stufen einzuhalten.
Einzigartig ist ebenso, dass auch die gesamte österreichische Milchwirtschaft die gentechnikfreie Fütterung seit dem Jahr 2009 anbietet.

Sojaanbau in Europa

In der EU wird ausschließlich gentechnikfreies Soja angebaut. Aber noch zu wenig.
Es müssen nach wie vor rund 45 Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot nach Europa importiert werden.

Deshalb haben die europäischen Landwirte in den letzten Jahren den Sojaanbau ausgebaut. Mittlerweile werden in der EU rund 600.000 Hektar Soja gentechnikfrei angebaut. Die Gesamtanbaufläche inklusive den Donauanrainerstaaten lag 2015 bei 950.000 Hektar. Das heißt es werden derzeit rund 1,2 Millionen Tonnen Soja in der EU produziert.
Mit den Donauanrainerstaaten liegt die Produktionsmenge bei 1,7 Millionen Tonnen.

Österreichs Anteil davon liegt bei ca. 60.000 Hektar, Tendenz steigend. Davon profitiert nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Lebensmittelindustrie und somit auch der heimische Konsument.
Der überwiegende Anteil der österreichischen Soja geht in die Nahrungsmittelindustrie und wird dort veredelt. Ein kleiner Teil geht auch in die Futtermittelherstellung.

Veröffentlicht am: 1.09.2016